Zwischen Halbwahrheiten und Verleugnung/Between half-truth and denial*

Summary below

(Mit einem Klick auf meine Bilder seht Ihr sie größer und schöner auf Schwarz/You can see my photos biggerand more bautiful on black with a click on them)

Heute möchte ich mal mehrere Fliegen mit einem Schlag schlagen.

Einmal wird das hier ein Beitrag für Myriades Projekt Impulswerkstatt und andererseits möchte ich abschließend auf die Frage „Wer weiß das schon“ eingehen, die ich mir in meinen letzten Beiträgen vor allem mit Bildern gestellt habe und damit meine gleichnamige Serie abschließen:

Inspiriert dazu haben mich auch gleich zwei der vorgegebenen Bilder von Myriade:

Diese beiden Bilder erinnern mich an das Phänomen des Ausgeschlossenseins, das immer wieder praktiziert wird. Jemand wird in keine Menschengruppe aufgenommen, ja sogar verbannt. Damit trifft man diesen Menschen hart, denn wollen wir nicht alle irgendwie dazu gehören?

Das hat auch mit unserer Haltung zum Wissen und zur Wahrheit zu tun. Wie oft leugnen wir etwas, schließen uns Halbwahrheiten, Gehörtem, Vermutetem und Geschichten an, und schließen damit auch jemanden aus. Wir dagegen werden in einen Kreis von Menschen aufgenommen, in dem das Gleiche behauptet wird. Wahrheit, Wirklichkeit werden dabei übersehen und verdrängt. Zwischen Meinungen und Wissen wird kein Unterschied gemacht. Und so auch immer mehr zwischen Fakt und Vorstellungen. Da wird z.B. der Holocaust immer wieder geleugnet, obwohl er eindeutig belegt ist. Und das erste Bild erinnert mich an den Holocaust, an all das, was wir Menschen antun, auch um zu den anderen dazu zu gehören. Und das mit einer Arroganz und Intoleranz, die gar nicht zu unserem oft so vagen Wissen passt. Im schlimmsten Fall entstehen Hass und Verachtung , Konflikte, Vertreibung und Krieg:

Aber auch hier weiß ich ja gar nicht, ob meine Assoziation zu dem Bild der Wahrheit entspricht. Ich könnte es mir vorstellen, aber wer weiß das schon? Diese Vermutung gibt mir kein Recht zu Intoleranz und Leugnung dessen, was vielleicht in Wirklichkeit dahinter steckt.

Allein schon beim Holocaust sehe ich, wie wichtig es ist , neugierig und aufgeschlossen zu bleiben und der Geschichte auf den Grund zu gehen. Wissen ist wichtig. Da wir allerdings vieles nicht wissen können, wäre doch schon alleine deswegen eine respektvolle, bescheidene, mitmenschliche Haltung bei uns angebracht.

SUMMARY

This post is inspired by Myriade’s impulse studio and intended to finish the topic of my previous posts about Who knows ?

The two images of the month I have chosen among Myriade’s photos remind me of the loneliness of people that are excluded or even banned from others. Often we don’t know much about them, but we believe rumours , prejudice and opinions sometimes just to have the feeling to belong to a group of people that think the same. We even deny facts and accept fake news.

Holocaust has often been denied, although there are enough facts to prove it. That teaches us how important truth, information and knowledge are. And the first of Myriade’s images reminds me of it.

But we can’t know everything. Why doesn’t this make us more modest and more tolerant ?

We need each other. And all of us need sympathy , understanding and at least, respect, tolerance and open-mindedness. Otherwise we risk hatred, conflicts and even wars in the worst case.

16 Antworten auf “Zwischen Halbwahrheiten und Verleugnung/Between half-truth and denial*”

  1. Die beiden Fotos hast du wunderbar eingebettet in diesen Text über Ausgrenzung, Meinungen und Wissen und darüber wie wir Menschen im negativen Bereich funktionieren. Danke für diesen denkwürdigen Beitrag!
    Das Bild „auf der Flucht“ gefällt mir besonders. Da ist wieder der schwarze Hintergrund aus dem die fast weißen Gesichter herauswachsen …

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  2. Es freut mich sehr, dass der Beitrag so gut bei dir rüberkommt! Deine Bilder waren eine gute Gelegenheit , den roten Faden für die abschließende Betrachtung zu meiner Reihe „Wer weiß das schon?“ zu fertig zu stellen.. Ich wollte noch unbedingt der Wertschätzung von Wissen (hier Holocaust) und dem nötigen Respekt unter den Menschen (hier : Ausgrenzung) Aufmerksamkeit schenken. Also auch dir wieder herzlichen Dank! Liebe Grüße, Petra

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  3. Welche Geschichten genau hinter den Bildern stecken, wissen wir nicht. Aber du bringst sie als Sinn-Bilder durchaus stimmig mit einer schweren und schwierigen Thematik in Verbindung. Schwierig auch deshalb, weil man sich ja selber immer wieder kritisch hinterfragen muss, ob man sich – bildlich gesprochen – nicht irgendwo auf einem harmlosen Spazierweg wähnt, während man sich längst auf einem gefährlichen Holzweg befindet. Die Risiken werden mit den modernen Medien noch größer. Denn es wird ja immer einfacher, eingehende Informationen zu filtern und nur das durchzulassen, was einem genehm ist. Selbst wer in einem „gedanklichen Absurdistan“ lebt, kann sich auf diese Weise fortwährend die Richtigkeit seines „Denkens“ bestätigen lassen und Gleichgesinnte finden.

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    1. Ja, die gemeinsame „Blase“ Gleichgesinnter kann tatsächlich auf einen Holzweg führen, wenn wir nicht auch andere seriöse Quellen für Information und Wissen heranziehen. Und sicher verstärkt das Gefühl , dass so viele es ähnlich sehen, die Meinung, im Recht zu sein und über Andersdenkende zu spotten, sie nicht für voll zu nehmen und Aggressionen und Vorurteile ihnen gegenüber zu entwickeln. Da könnte man noch vieles anführen. Mir genügt, dass ich das Themanur gestreift habe und jetzt noch anführen konnte, wie wichtig Wissen doch ist, auch wenn wir oft nur wenig davon wissen können. Und dass dieses „Wer weiß das schon?“ eine gemeinsame Basis der gegenseitigen Akzeptanz und Toleranz schaffen könnte. Allerdings kann das nicht bis zur Beliebigkeit gehen, dass z.B. der Holocaustleugner eben auch Recht hat. Liebe Abendgrüße, Petra

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  4. Selten habe ich in deinen Bildern so viele menschliche Gestalten gesehen, liebe Petra. Als Ergänzung deiner im Text formulierten Gedanken wirken sie vertiefend auf mich: nicht erkennbar zu unterscheiden, ob wissend oder unwissend, Täter oder Opfer, Mitläufer oder Wegweiser.
    Ich bedaure wie du, wie oft Nichtwissen bei den Menschen zu oberflächlichen Urteilen und falschen Behauptungen führt anstatt zu bescheidener Zurückhaltung.

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    1. Es sind frühere Bilder. Das jüngste Bild ist von 2016.Und ja, wenn das Thema sich auf Menschen bezieht und konkreter wird, wird auch meine Malerei konkreter. So z.B.immer wieder geschehen in meinem Gemeinschaftsprojekt Kinder im Aufwind , oder über Flüchtlinge, Protestierende, Erstarrte, ja Covid etc. Deine Beobachtung dazu finde ich sehr interessant. Dass es hier allerdings nicht um Beliebigkeit geht, verstehst du wahrscheinlich auch. . Herzlichen Dank für diesen großartigen Kommentar! Liebe Grüße, Petra

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